Freitag, 2. Dezember 2016

HERR ADAM UND FRAU EVA - von Alexander Engel (1920)



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DER APFEL DER EVA

LIEBE ZENSUR !

Insoferne du noch lebst,
überblättere freundlichst dieses Kapitel.


Eine Frau ist nur schön, wenn sie schöner ist.

Ein Abgrund lockt die Frauen wie ein geheimnisvoller Brunnen: sie wollen hineinsehen.

Scham ist, wenn man seine unvollkommenen Reize verbirgt.

Das Herz ist die Heimat der Frau, aber es gibt Frauen, die in ihrem Patriotismus zu weit gehen.

Bevor eine Frau sündigt, ruft sie alle Heiligen an.

Eine anständige Frau fällt nur – in Gedanken.

Auch Frauen, bei denen du nichts gewinnen kannst, sehen es gerne, wenn du ... alles wagst.

Die Treue ist die reizendste Laune einer Frau.

Eine Frau verrät leichter ein Seelen- als ein Toilettengeheimnis.

Wenn eine tiefe Frau liebt, so fällt sie; eine oberflächliche schwankt.

Wundere dich nicht über die Schwankungen einer Frauenseele; sie ist ein Meer von Widersprüchen – auch sie hat Ebbe und Flut.

Frauen versprechen nicht gerne das, was sie halten.

Manche Frau gleicht dem schiefen Turm von Pisa: sie neigt sich, aber sie fällt nicht.

Ein Mann ist eifersüchtig mit dem Herzen oder mit den Sinnen, eine Frau mit der Eitelkeit.

Die Frauen erraten eine Liebeserklärung lange bevor sie ausgesprochen ist.

Die Treue einer Frau ist Sache der – Geschicklichkeit.

Jede schöne Frau im Negligé kokettiert mit dem Gedanken: »Wenn jetzt ein Mann ins Zimmer treten würde!«

Der Plural von Liebe ist Untreue.

Der Widerstand einer Frau wirkt immer dekorativ.

Die Tugend mancher Frau ist so klein, daß sie in einem Portemonnaie Platz findet.

Psycho-Analyse! Was ist das für eine schöne wissenschaftliche Ausrede.

Mädchen, die zu weit gehen, bleiben am leichtesten sitzen.

Manche Frau weicht einer Gefahr aus, um sich in die andere zu stürzen.

Es gibt wohl viele Liebhaber, aber – sehr wenig Liebende.

Eine abergläubische Frau bleibt nie beim – dreizehnten Anbeter stehen.

Die Tugend hat einen leisen Schlaf; oft weckt sie schon ein Kompliment.

Wenn eine Frau erklärt, sie werde uns auf halbem Wege entgegenkommen, so sind wir sofort bereit – weiter zu gehen.

Wenn man einem Manne den kleinen Finger zeigt, will er gleich die ganze – Figur.

Koketterie: Ein Scheck, den anständige Frauen auf eine Bank ausstellen, in der sie – kein Guthaben besitzen.

Schön ist eine Frau, wenn wir sie beim Verlassen ihres Boudoirs noch schöner finden.

Die Frauen schätzen die mutigen Männer, die kühnen aber belohnen sie.

Die schöne Frau: »Sie dürfen meine Ehre angreifen, aber nicht meine Frisur.«

Eine tugendhafte Frau schließt in einem schwachen Augenblick stets die Augen, um sagen zu können, sie sei blind gewesen.

Die wenigsten Frauen sind Egoistinnen, denn am liebsten vergessen sie sich.

Wir suchen oft lange Zeit den richtigen Schlüssel zum Herzen einer Frau und es ist – offen.

Die Mädchen lieben, weil sie nicht wissen; die Frauen lieben, weil sie wissen.



DER PARK DER ERKENNTNIS

JUNGE MÄDCHEN !

Eintritt verboten!

Moral ist eine Alterserscheinung.

Zum Heiraten gehören zwei, zum Scheiden – drei.

Wenn man sich eine Ehe gar nicht erklären kann, nennt man sie – Vernunftehe.

In der Ehe-Mathematik stimmt die Rechnung in den seltensten Fällen, weil man vergißt, mit einer – unbekannten Größe zu rechnen.

Die Tugend mancher Frau beruht auf – der Anständigkeit eines Mannes.

Monolog eines Ehemannes: Die Frau braucht tausend Gründe, um zu lieben und keinen einzigen, um zu betrügen.

Die Sterne, die Männer für Frauen vom Himmel holen, kennt die Astronomie nicht.

Die Frauen wissen gewöhnlich schon vor der Ehe, was Liebe ist, aber in der Ehe – vergessen sie es.

Männliche Treue: Ein Dieb, der nicht erwischt wird.

Die Fasson, nach der eine Frau selig wird, muß gewöhnlich der Mann bezahlen.

Die ehrlichsten Worte sind die, die uns entschlüpfen.

Treue ist die Ehre der Liebe.

Der Hafen der Ehe ist ein Kriegshafen.

Es gibt nichts Unanständigeres als die sogenannte Moral.

Zwei Herzen verstehen sich leichter als zwei Köpfe.

Liebe? Oft eine Harmonie aus lauter Dissonanzen.

Am häuslichen Herd verbrennt sich fast jeder die Finger.

Frauen verlangen nie das Unmögliche von dir, weil sie nichts für unmöglich halten.

Tiefe Herzen brechen geräuschlos.

Würde man Frauen-Ministerien einführen, gäbe es sicher keine Minister – ohne Portefeuille.

Die Freiheitslüge: Ehemänner wollen niemals die große Freiheit, sie wollen nur kleine Freiheiten.

Es gibt wohl viele bessere Ehen, aber sehr wenig gute.

»Die Frauen sind Rätsel«, sagte der Ehemann. Und er ließ sich scheiden. Damit hatte er die beste Lösung gefunden.

Bilde dir nicht zu viel auf die Liebe einer Frau ein – oft erhört sie dich nur, weil sich ihre Eitelkeit langweilt.

Im Leben heißt es: »Aller Anfang ist schwer« – in der Liebe ist das Ende viel schwerer.

Die Liebe ist vollkommen, nur die Liebenden haben Fehler.

Erlebte Romane liest man nicht gerne zweimal.

Oft ist die Liebe schon gestorben und die Eifersucht lebt noch.

Der Mann ist das Schicksal der Frau. Es gibt Frauen, die viele Schicksale haben.

Die platonische Liebe findet man nur im Konversationslexikon oder in der Ehe.

Für die meisten Dummheiten im Leben wird die Liebe verantwortlich gemacht.

Abenteuer? Wenn wir sie suchen, finden wir sie nicht, aber wir finden sie immer, wenn wir sie nicht suchen.

Was kein Philosoph erklären, aber jeder Dummkopf fühlen kann, das ist Liebe.

Wenn zwei Egoismen sich vermählen, so nennt man das »Konvenienzehe«.

Wie muß dich eine Frau lieben, wenn sie dir das Unrecht verzeiht, das – sie dir zufügt.

Der Don Juan glaubt das Leben zu genießen, inzwischen verzehrt es ihn.

Ich hatte einmal eine Schauspielerin gekannt, die hatte das Temperament der Temperamentlosigkeit.

Nichts findet man leichter, als eine Frau – für einen anderen.

Wenn ein Mann mit seiner Freundin soupiert, zahlt er die Rechnung, ohne sie anzusehen – soupiert er mit seiner Frau, so rechnet er nach.

Zoologie des Lebens: Die Katzen glauben nicht an die Treue des Hundes.

Die guten Erfahrungen in der Liebe werden einem immer erzählt, die schlechten macht man selbst.

Es ist im Grunde ganz gleichgültig, wen du heiratest – die Richtige kriegst du ja doch nicht.

Man kann wohl der Frauen überdrüssig werden, aber niemals der Liebe.

Man nimmt schwermütigen Abschied von seiner – letzten Torheit.

Für seine blonden Haare sucht man sich eine Geliebte, für die grauen eine Gattin.

Wenn dir ein Mädchen Herz und Hand bietet, sei bescheiden und nimm das Herz.

Oft ist die Ehe nur eine Ergänzung zweier Portemonnaies.

Die schlechten Gewissen der Männer sind die besten Kunden der Juweliere.

Aus dem Tagebuche eines Dritten: Ein Ehemann darf nichts ahnen – das ist Taktsache.

Willst du dein Ideal verlieren, so heirate es.

Man findet oft zu einem Frauenherzen nicht den richtigen Schlüssel, weil – zu viele passen.

In mancher Ehe sollte das Fremdenzimmer für den Gatten reserviert bleiben.

Die Weltanschauung einer Frau hängt davon ab, ob die Welt sie anschaut.

Es gibt nichts Traurigeres, als eine Liebe, die nicht den Mut findet, zu sterben.

Vulkane: So mancher Vulkan endet als – Herdfeuer.

Wenn eine Frau in ihrer Ehe unglücklich ist, rasselt sie so lange mit ihren Ketten, bis sie jemand hört.

Wie kann man nur zwei Frauen gleichzeitig lieben? Bei der einen liebt man die Seele, bei der anderen die Nackenlinie.

Schönen Frauen verzeihen die Männer alles, die Frauen – gar nichts.

Die schärfsten Ehegegner sind die Ehemänner.

Auch die feinste Frau hat eine – Volksausgabe.

Ein Mann ist oft aus edlen Motiven unanständig, eine Frau ist aus unanständigen Motiven edel.

Erfahrung in der Liebe: Wenn dich eine Brünette betrogen hat, läufst du einer Blonden nach.

Das Geistreichste, was ein Mann einer Frau sagen kann, ist ein – Kompliment.

Die Unschuld errötet, die Prüderie schämt sich.

Das reizendste Lächeln haben Frauen, wenn es gilt, eine Torheit zu verzeihen, die wir ihretwegen begangen haben.

Für die Freiheit, die wir verlieren, gibt es stets eine ehrliche Finderin.

Vernunftehe: Ich habe so viel Geld für die Frauen ausgegeben – sprach der Lebemann – daß ich mir alles wieder durch eine hereinbringen will.

Von einer großen Leidenschaft bleibt oft nichts anderes übrig, als eine kleine Erinnerung.

»Ich erreiche alles, was ich will«, prahlte die eigene Kraft. Der Zufall lachte dazu mit dem Munde einer schönen Frau.

Es gibt Blicke, die die Zensur verbieten sollte.

Männer schmücken sich für Frauen; Frauen auch.

Männer entdecken, Frauen erfinden.

Preisfrage: Wie kann der Schnee unschuldig sein, wenn er fällt?

Oft ist uns eine Frau nur teuer, weil sie billig ist.

»Die Ehe ist das höchste Hazard« – sagte der Ehemann. »Man sollte sie verbieten.« »Das würden sich die Kiebitze nicht gefallen lassen«, bemerkte der Dritte.

Die Geschichte verschweigt, ob die Richter, vor denen Phryne stand, jung, alt oder in den mittleren Jahren waren.

Viele denken von der Institution der Ehe sehr hoch und von den Frauen sehr gering – deshalb heiraten sie nicht.

Tiefe Frauen haben nur Amateurwert.

Makrobiotik: Die Ehe verlängert wohl nicht das Leben, aber sie läßt es uns viel – länger erscheinen.

Die Liebe und die Gewohnheit sind zuerst erbitterte Feindinnen, später schließen sie aus Bequemlichkeit eine Konvenienzehe.

Eine Frau kann viel leichter klug sprechen, als klug schweigen.

Die gute Einteilung: Zuerst träumen die Frauen von der Liebe, später lieben sie und zum Schlusse erinnern sie sich.

Eine Vernunftehe ist ein Geschäft, bei dem sich beide Teile verrechnen.

Wir sind so lange jung, so lange unsere Torheiten jung sind.

Sich so geben, wie man ist, das verzeiht nur die Liebe.

Wenn eine Frau sagt: »Ich könnte Sie lieben« – so ist das nur ein grammatikalischer Irrtum.

Es gibt nichts Schwierigeres, als dort galant zu sein, wo man galant sein – muß.

Den Frauen verdankt man oft die großen Karrièren, die kleinen wollen ehrlich verdient sein.

Das Vertrauen, das uns Frauen schenken, macht uns alt.

Der Abgrund: Einem Manne schwindelt vor einem abgrundtiefen Brunnen, eine Frau sucht lächelnd im Wasserspiegel ihr Bild.

In der Liebe verlieren die Dummen das Herz, die Klugen auch noch den Kopf.

Die Sorge ist weiblichen Geschlechts und doch verläßt sie uns nie.

Wenn eine Frau zu dir sagt: »Darf ich mir eine diskrete Frage erlauben?«, so erwartet sie eine – indiskrete Antwort.

Einer Schlanken sage vor allem, sie sei schlank, einer Korpulenten – ebenfalls.

Physik: Die Treue des Mannes beruht oft auf dem Gesetze der Trägheit.

Mathematik. In mancher Ehe ergänzen sich drei.

Grammatik: Die Treue ist viel weniger weiblich, als die Grammatik ahnt.

En tout cas. Der Schirm, den ein Mann einer Frau zum Schutze anbietet, ist immer ein Fallschirm.

Eine kluge Frau vergißt nie ein Rätsel zu sein.

Bekenntnis eines Altruisten: Ich brauche eine Frau, um sie zu – vernachlässigen.

Liebe ist die poetischeste Form der Zeitverschwendung.

Die Unschuldigen gewähren, die Erfahrenen – versagen.



RINGELSPIEL IM PARADIES

Den Ausnahmen ihres Geschlechtes,
also allen Frauen,

in tiefer Verehrung.

Wenn der Teufel keine Zeit hat, irgendwo zu erscheinen, schickt er eine Frau als seine Stellvertreterin. Und sie macht die Sache besser.

Märchen. Eine häßliche, taube Frau gewann plötzlich eines Tages wieder ihr Gehör. Ein Jüngling hatte ihr ein Kompliment gemacht.

Melancholische Frauen sind kostspieliger als die lustigen – sie setzen sich über die Nichtigkeiten des Daseins nur hinweg, indem sie sie genießen.

Siegt eine Frau, so triumphiert sie laut – wird sie besiegt, triumphiert sie im stillen.

Am gefährlichsten sind die sogenannten ungefährlichen Frauen.

Die Liebe ist das Talent der Frau, aber auch hier gibt es verkannte Talente.

Königinnen haben das Schaffott stets in schönster Toilette bestiegen. Wenn sie schon den Kopf verlieren, mußte ihre Frisur in Ordnung sein.

Die Frauen bieten uns das Paradies, um uns vergessen zu machen, daß wir es ihretwegen verloren haben.

Manche Frau schwört mehr Treue, als zehn Männer halten können.

Es gibt nur wenig Frauen, die bis – dreißig zählen können.

Die erste Liebe hat nur Erinnerungswert.

Es gibt unter den Frauen verschlossene Naturen, die sich tief dekolletieren.

Memoiren einer Schauspielerin: Sie erinnert sich, wie oft sie sich vergessen hat.

Wenn Frauen hie und da aufrichtig sind, so verstellen sie sich nur.

Eine Liebe, die an das Ende denkt, hat nie angefangen.

Zwei »Gefühlchen« spielen oft miteinander Liebe.

Die Koketterie ist eine spanische Wand, hinter der sich die Eitelkeit amüsiert.

Frauentugend: Viele Frauen verdanken ihre Tugend nicht der öffentlichen Moral, sondern der heimlichen Trägheit.

Eine Liebe, die von Komplimenten lebt, stirbt an der ersten Wahrheit.

Wieviel Frauen haben schon Karrièren begründet, aber wieviel Karrièren wurden auch schon durch Frauen zerstört.

Frauenfreundschaft ist eine Kulissenwand, sie fällt um, wenn man sich an sie lehnt.

Tugend und Laster, Treue, Untreue, Anständigkeit, Unanständigkeit. Wie oft bei den Frauen nur Stimmungssache, oder Laune der Nerven.

Eher bewundert eine Frau zehn Männer, als eine einzige Frau.

Jede schöne Frau ist ein Paradies, das man jeden Augenblick – verlieren kann.

Koketterie ist bei vielen Frauen – Kampf ums Dasein.

Inszenierung: Frauen sind die geschicktesten Regisseure des Zufalls.

Selbst in ihrer Liebe fragt eine Frau: »Wie kleidet mich das Glück?«

Wer sich in der Liebe einmal die Finger verbrannt hat, sucht immer wieder das Feuer.

Sport: Die Frauen spielen am liebsten Tennis, Bridge und Liebe.

Naturam, si expellas .. Die Frauen sind seit dem Paradies die gleichen geblieben, sie haben nicht den Charakter gewechselt, nur die – Toilette.

Wenn eine Frau keine Kaprizen hat, so ist das ihre letzte – Kaprize.

Man soll die Frauen nehmen wie sie sind, oder gar nicht.

Eine Frau von dreißig Jahren verzeiht der Zwanzigjährigen alles, nur nicht die zehn Jahre.

Impulsive Frauen. »Wo es mir paßt, bin ich impulsiv« – sagte eine Frau.

Es gibt nur eine Frauenfrage und die heißt: »Liebst du mich?«

Die Grundsätze einer Frau? Fromme Gäule, die eines Tages wie wilde Rennpferde die Flucht ergreifen.

Frauen bauen Labyrinthe, die mit allem Komfort ausgestattet sind.

Spielzeug. Die Lieblingspuppen der Frauen sind: Freundschaft und Liebe. Sie spielen so lange mit ihnen, bis sie sie ruiniert haben.

Wenn eine Frau einmal nicht eitel ist, so ist sie eitel darauf.

Von der Hoffnung und von den Frauen läßt man sich immer wieder gerne betrügen.

In der Liebe suchen die Frauen stets einen Meister, um ihn zu übertreffen.

Die Liebe ist blind, oder sie drückt ein Auge zu.

Frauen haben zwei Seelen, eine Wochentags- und eine Sonntagsseele.

Zuerst spielen die Frauen mit der Liebe, später spielt die Liebe mit den Frauen.



INTERMEZZO

MEINE LIEBEN MÄDCHEN, FRAUEN
UND WEIBER ÜBERHAUPT !

Bitte, seid nicht bös, daß in diesem Kapitel nicht von euch die Rede ist, aber es gibt wirklich auch noch andere Dinge auf der Welt.

Justizirrtum. Es sollte auch Anklagebänke für Richter geben.

Im Leben findet man viel mehr Kitsch als in der Kunst.

Der wahre Skeptiker zweifelt zum Schluß sogar an seinen Zweifeln.

So manche Zelebrität ist imstande, den Ruhm zu diskreditieren.

Die Eitelkeit hat den besten Magen, sie verschlingt alles und wird nie satt.

Menschenkenner. Kellner und Kokotten sind die besten Menschenkenner, vielleicht weil sie ihr Publikum stets im Umgang mit dem Gelde sehen.

Diplomatie ist die Kunst, Dinge, die nie kommen werden, mit Sicherheit vorauszusagen.

Jardin secret. Es gibt Geheimnisse, die man sogar sich selbst nur schwer anvertraut.

Wer sich selbst beherrscht, ist ein König – wenn auch zumeist in einem sehr kleinen Reich.

Die wahre Kunst fühlen auch die, die sie nicht verstehen.

Mut ist das, wovon der andere immer noch weniger hat.

Wie schön muß die Wahrheit sein, wenn sie nackt spazieren geht.

Jurisprudenz. Die besten Verteidiger sind die, die auch jenen ihre Ehre zurückgeben, die nie eine hatten.

Unsterblichkeit: Oft eine Laune der Nachwelt.

Erfahrung ist, wenn man seine Dummheiten mit Klugheit begeht.

Es gibt Menschen, die nur ernst genommen werden, weil sie nichts ernst nehmen.

Man hofft immer auf das – Unverhoffte.

Wer seine Ideale verlieren kann, hat sie nie besessen.

Zwei Autoren geben sich oft Rendezvous auf einem Gemeinplatz.

Selbst Clios berühmter Griffel hat die Sünden der La Vallière und Pompadour gewissenhafter verzeichnet, als die Tugenden der Königinnen, wie sich die Weltgeschichte überhaupt mehr für die Mätressen der Könige interessiert, als für ihre Frauen.

Man kann auch über seine Verhältnisse sparen.

So mancher, der in die Höhe kommt, legt mit seinen alten Kleidern auch seine alten Freunde ab.

Auch die vornehmsten Gassen haben ihre Gassenhauer.

Man kann auch die Korruption diskreditieren, indem man zu kleine Bestechungen nimmt.

Erinnerungen – Seifenblasen für Erwachsene.

Kunst. Erst, wenn der Künstler sich verbirgt, enthüllt er seine letzte Kunst.

Heutzutage hat schon jeder Winkeldichter seinen Dichterwinkel.

Man träumt so lange vom Glück, bis man es verschläft.

Wir glauben mit der Stunde zu spielen und die Stunde spielt mit uns.

Das Entrüstungsbedürfnis ist viel stärker im Menschen als der Begeisterungsdrang. Oft ist aber die Entrüstung nur maskierte Begeisterung.

Der große Kritiker: Er köpft oft Größen, die keine Häupter haben.

Mancher hält sich für ein Original und ist nur ein Sonderling.

Die Freundschaft ist wertvoll, die Freunde sind kostspielig.

Früher war die Wahrheit nackt, jetzt ist sie dekolletiert.

Glücklich sind viele Menschen, aber sie finden niemand, der sie rechtzeitig darauf aufmerksam macht.

Das Unglück ist ehrlich, das Glück betrügt uns.



WAS DIE SCHLANGE ZISCHT

MEINE DAMEN UND HERREN !

Folgen Sie mir und unterbrechen Sie jetzt ein wenig die Lektüre – zu viel Aphorismen auf einmal verträgt auch der talentierteste Leser nicht ..

Geheuchelte Eifersucht ist die letzte Feigheit einer sterbenden Liebe.

Man findet bei jeder Frau eine Ansicht, ein Prinzip, das ein Liebhaber bei ihr vergessen hat.

Wenn Frauen beten, kokettieren sie mit dem lieben Gott; wenn Frauen sündigen, flirten sie mit dem Teufel.

Bei den Hintertüren, die zur Karrière führen, hält stets eine Frau die Klinke in der Hand.

Selbst Raffael konnte seine Fornarina nicht treu malen.

Manicure. Man findet mehr gepflegte Fingernägel als gepflegte Seelen.

Frauentränen trocknet man nicht mit Taschentüchern, sondern mit Seidenkleidern.

Ein Mann widerspricht dem anderen, Frauen widersprechen sich.

Bei der ersten und letzten Liebe lieben die Frauen die Liebe, dazwischen die – Männer.

Die Männer können Luftschiffe erfinden und neue Sprengmittel, aber auf geniale Gemeinheiten kommt nur eine Frau.

Wenn eine Frau in einem Salon erscheint, grüßt sie ihren Mann als ersten und ihren Liebhaber als letzten.

Am raschesten langweilt uns das Herz einer Frau. Ihrer Taille werden wir nicht so bald überdrüssig.

Wenn einer Frau das Herz gebrochen wurde, so verschenkt sie die Scherben.

Nur wenig Frauen verbergen ihr Leid tief in ihr Innerstes, denn dort würde es niemand sehen.

Aus dem Tagebuche einer schönen Frau: Wahrheit ist das, was die Männer glauben.

Jugend ist bei einer Frau oft nur Konsequenz.

Rauchfreiheit. Es gibt Frauen, die sich am liebsten am Weltbrand eine Zigarette anzünden würden.

Wenn eine Frau, die wir anbeten, uns betrügt, so ist das Religionsstörung.

Weltgeschichte. Herostrat hat den Tempel der Artemis in Brand gesteckt – die Zündhölzchen hat ihm sicher eine Frau gereicht.

Aus dem hohen Lied der Liebe ist längst ein Gassenhauer geworden.

Die erste Liebe ist die Religion der Frau und ihre letzte Liebe – die Religion.

Gäbe es weibliche Päpste, so würde es keine Heiligen geben, weil eine Frau nie die andere heilig spricht.

Als der ehrbarste Antrag gilt den Frauen ein Heiratsantrag.

Weltanschauung. Sie war eine Pessimistin und verneinte das Leben. Aber sie lächelte dabei, weil es sie gut kleidete.

Alle Frauen befragen den Spiegel, aber nur, weil er nicht antworten kann.

Was ist Fama? Wenn eine Frau ganz erzählt, was sie nur halb gehört hat.

Manche Frauen lügen auch wenn sie schweigen.

Über Frauen soll man nie mit Frauen sprechen.

Die Intellektuellen. Wie kompliziert sind doch die einfachen Frauen und wie einfach sind die – Komplizierten.

Von ihrer Jugend nehmen die Frauen immer wieder Abschied.

Auf das erste graue Haar macht eine Frau nie der Spiegel aufmerksam, sondern immer eine gute Freundin.

Im Herbst färben sich Blätter und Frauen.

Zweimal zwei ist fünf – wenn eine Frau dabei in Rechnung kommt.

Auf der Straße sprechen die meisten Menschen über Liebe, Ehe und andere – Geldsachen.

Der gute oder schlechte Ruf einer Frau hängt selten von ihrer Tugend ab.

Der Mann, der herrscht, ruft: »Ich bin dein Herr«, die Frau, die herrscht, flüstert: »Bin ich nicht deine Sklavin?«

Prozesse und Frauen werden gewöhnlich erst in der letzten Instanz gewonnen.

Frauen sind wohl die Mühe wert, die man sich gibt, um sie zu erobern, aber selten die, die es kostet, sie zu verlieren.

Die grauen Haare eines Mannes färben auch auf die Frau ab.

Es ist nicht immer »ja«, wenn eine Frau »nein« sagt.

Frauen haben eine gesunde Konstitution: für die Liebe sterben sie öfter.

Die Frauen lassen sich das am liebsten erklären, was sie am besten wissen.

Man kann nur einmal zum ersten Male lieben, zum letzten Male liebt man öfter.

Eine Frau hat oft so viel damit zu tun, ihren guten Ruf zu verteidigen, daß sie keine Zeit findet – tugendhaft zu sein.

Zumeist gründen die Frauen einen literarischen Salon, für deren Boudoir sich kein Mann interessiert.

Eine Liebe, die sich auf eine Laune gründet, währt am längsten, weil die Laune einer Frau beständiger ist als ihre Liebe.

Das große »Pfui«. Nichts spricht eine Frau mit weniger innerer Überzeugung als »Pfui«.

Die Tugend wird geschätzt, das Laster taxiert.

Die Waffen, mit denen die Frauen oft ihre Tugend verteidigen, sind – ungeladene Revolver.

Individualität. »Sie ist schlecht geworden« – hat man in der guten alten Zeit gesagt – jetzt sagt man: »Oh, sie ist eine Individualität.«

Es gibt auch seelischen Barchent, den tragen gewöhnlich Frauen in Seide.

Bei den Frauen glaube ich an eine Seelenwanderung, denn ihre Seele wandert gerne von einem zum anderen.

Sittliche Entrüstung ist eine Toilette-Angelegenheit. Sie kleidet immer gut. Begeisterung paßt nicht zu jedem Teint.

Die Frauen sind immer anders als wir glauben, denn sie kümmern sich nicht um die Psychologie.



EPILOG

Alle diese Aphorismen haben einen Vorzug: das Gegenteil ist ebenso richtig





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Adam and Eva - von  Hans Holbein






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