Freitag, 28. Oktober 2016

WARUM - von Heinrich Heine




WARUM

 Heinrich Heine (1797-1856) 


Warum sind denn die Rosen so blaß, 
O sprich mein Lieb, warum ? 
Warum sind denn im grünen Gras 
die blauen Veilchen so stumm ? 
Warum singt denn mit so kläglichem Laut 
die Lerche in der Luft ? 
Warum steigt denn aus dem Balsamkraut 
verwelkter Blütenduft ?
 
Warum scheint denn die Sonn' auf die Au 
so kalt und verdrießlich herab ? 
Warum ist denn die Erde so grau, 
und öde wie ein Grab ?

Warum bin ich selbst so krank und trüb ? 
Mein liebes Herzchen sprich, 
O sprich mein herzallerliebstes Lieb, 
warum verließest Du mich ?







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